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Jubiläumskongress „Die Klinikimmobilie der nächsten Generation“: PGMM als langjähriger Sponsor und mit spannendem Vortrag vor Ort
Ein Erfahrungsbericht von Reiner Spiegel (Technischer Leiter PGMM)
Der Kongress Klinikimmobilie 2026 fand bereits zum 15. Mal in Mainz statt. PGMM ist hier seit 10 Jahren als Sponsor vertreten. Aus diesem Anlass gab es bereits am Vorabend zum Kongress eine kleine Feier für die Sponsoren und damit erste Gelegenheit zum Netzwerken und Austauschen. Martin Hirschke (Senior Berater PGMM) und ich, Reiner Spiegel (Technischer Leiter PGMM), haben am Jubiläumskongress am 17. und 18. Juni teilgenommen.

In einem abwechslungsreichen zweitägigen Programm wurden zahlreiche Themen und Trends rund um die Klinikimmobilie vorgestellt. Anhand vieler praktischer Beispiele wurde aufgezeigt, wie die Klinik von morgen aussehen kann und welche Entwicklungen und Herausforderungen sich dabei abzeichnen. Eine entscheidende Rolle spielen hierbei inzwischen die Themen Digitalisierung und KI.
Anhand aktueller Projekte wurden Planungs- und Realisierungsmodelle vorgestellt, die sich von der klassischen Planungshierarchie lösen. Dabei wurden Chancen und Risiken aufgezeigt und diskutiert. Erkennbar ist ein Trend weg von Malus- hin zu Bonusregelungen. Ziel ist es, die Planungsteams zu einer engeren, partnerschaftlichen Zusammenarbeit zu motivieren und Silodenken zu reduzieren. Ein wichtiger ganzheitlicher Ansatz ist zudem die frühe Einbindung der Ausführenden in die Planung, um Planungsfehler und Nachträge möglichst zu vermeiden. Unabhängig vom gewählten Modell hängt der Projekterfolg letztlich davon ab, wie stark sich alle Beteiligten mit dem Projekt identifizieren und bereit sind, bereichsübergreifend zusammenzuarbeiten.
Ein weiteres spannendes Thema war die Med-IT. Diese Planungsdisziplin wird in vielen Projekten zu spät berücksichtigt und durch die klassischen Planungsdisziplinen nur teilweise abgedeckt. Med-IT beschreibt das Zusammenspiel der Softwarelandschaften im medizinischen Umfeld. Dabei geht es beispielsweise darum, wie Informationen und Daten von einem Untersuchungsgerät in die Patientenakte gelangen. Geplant werden hierfür die Schnittstellen zwischen den Systemen: die Anbindung einzelner Systeme an das interne Netzwerk, die Nutzung von LAN und / oder WLAN, der Netzwerkaufbau mit Segmentierung sowie die Schnittstellen zwischen verschiedenen Softwarelösungen. Besonders bei der physikalischen Netzwerkstruktur besteht eine wesentliche Schnittstelle zur klassischen Planung der KG 450. Gleiches gilt für die Medizin- und Labortechnik, da hier Geräte geplant werden, deren Software mit dem Krankenhaussystem kommunizieren müssen.
Des Weiteren wurden auch rechtliche Aspekte behandelt, unter anderem das Thema „Verbotene Rechtsberatung durch Architekten und Ingenieure“. Der Vortrag zeigte die enge Grenze zwischen zulässiger Beratung durch Architekten und Ingenieure und unzulässiger Rechtsberatung auf. So wurde beispielsweise dringend davon abgeraten, dass Architekten oder Ingenieure im Rahmen der Bauüberwachung den VOB-Schriftverkehr eigenständig führen, da dies grundsätzlich als Rechtsberatung gewertet wird. Grundlage ist das Rechtsdienstleistungsgesetz: Rechtsdienstleistungen sind nur zulässig, wenn eine entsprechende Befugnis oder Qualifikation vorliegt. Architekten und Ingenieure dürfen technische Aussagen mit Vertragsbezug treffen, jedoch keine eigenständige rechtliche Einzelfallbewertung übernehmen.
Außerdem wurden europäische Projekte vorgestellt. Besonders beeindruckt hat mich das Kinderspital Zürich. Den Architekten ist es dort gelungen, ein ausgesprochen positives Umfeld für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Es lohnt sich, dieses Projekt näher anzuschauen.
Mein Kollege, Martin Hirschke, leistete mit seinem Vortrag „Energetische Konzepte für Kliniken im Zeichen der Energiewende“ einen hervorragenden technischen Beitrag zum Kongress. Er stellte ein strombasiertes Energiekonzept mit reversiblen Wärmepumpen zur Wärme- und Kälteerzeugung vor und wie insbesondere im Sommer mit überschüssiger Wärme umgegangen werden kann. Am Beispiel des Klinikums Peine, einem aktuellen Planungsprojekt von PGMM, zeigte er, wie Abwärme aus dem Gebäude in das Erdsondenfeld der Geothermieanlage eingespeist wird, die im Winter als Wärmequelle zur Wärmeerzeugung dient. Dadurch soll die langfristige „Auskühlung“ des Erdsondenfelds vermieden werden und die Anlagen über einen langen Zeitraum effizient betrieben werden können.

Zwischen den Themenblöcken und bei der Abendveranstaltung gab es zahlreiche Gelegenheiten zum fachlichen und persönlichen Austausch.
Insgesamt war der Kongress Klinikimmobilie eine gelungene Veranstaltung. Vielen Dank an die Veranstalter und Organisatoren Jürgen Zimmermann und Martina Schütz.

Weitere Informationen: https://www.dieklinikimmobilie.de/
Bildnachweise:
Bild 1: PGMM
Bild 2 - 5: Fotograf Henning Angerer